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Ehrenfried Walter von Tschirnhaus


Der Gelehrte, Erfinder und Philosoph zu Beginn des Zeitalters der Aufklärung Ehrenfried Walther von Tschirnhaus wurde am 10. April 1651 in Kieslingswalde (heute: Sławnikowice im Kreis Zgorzelec) geboren. Seine Eltern waren Christoph und Elisabeth Eleonora, geborene Freiin Achill von Stirling. Väterlicherseits stammte der Gelehrte aus der alten verdeutschten böhmischen Familie Cžernaus, die seit Jahrhunderten in der Oberlausitz ansässig war (zunächst bei Seidenberg (heute: Zawidów), dann in Kieslingswalde und Wyręba). Die Mutter des Philosophen stammte aus Schottland. Kieslingswalder Gelehrte erhielt seinen zweiten Namen zum Ehren seines Großvaters Walther, Freiherrn Achill of Stirling, Schotten im Dienst des dänischen Königs Christian V., der im Dreißigjährigen Krieg gefallen ist.


Ehrenfried Walther zeigte schon seit seiner Kindheit überdurchschnittliches Interesse für die Wissenschaft. Zunächst bekam er Unterricht vom Hauslehrer Nataniel Heer, dann besuchte er das Gymnasium in Görlitz. Nach dem Abschluss des Gymnasiums ging Tschirnhaus im Alter von 17 Jahren nach Holland und begann dort das Mathematik-, Medizin- und Naturwissenschaftsstudium an der Universität Leiden, die im 17./18. Jahrhundert eine der besten Hochschulen in Europa war. In den Niederlanden lernte er Benedikt Spinoza kennen, einen der größten Philosophen der Neuzeit. Ehrenfried gewann schnell Freundschaft und Vertrauen dieses originellen Denkers, der die Menschen eher mied und zurückgezogen lebte.Nach Spinozas Tod (1677) befasste sich Tschirnhaus mit der Herausgabe von philosophischen Werken des Meisters. Im September 1675 weilte Tschirnhaus in Paris, wo er noch eine andere Persönlichkeit seines Zeitalters - den Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz kennen lernte. Beide Gelehrten verband über viele Jahre eine enge Freundschaft. Auf Manuskripten von Leibniz aus den Jahren 1675-1676 blieben handschriftliche Vermerke Tschirnhauses erhalten, die von ihrer engen Zusammenarbeit im Bereich Mathematik zeugen (Leibniz arbeitete in dieser Zeit u.a. an die Formulierung der Grundsätze für die Infinitesimalrechnung).


In den 70er und 80er Jahren des 17. Jahrhunderts reiste Tschirnhaus häufig durch Westeuropa (England, Italien) und knüpfte neue Bekanntschaften, u.a. mit dem Philosophen Malebranche und dem berühmten Minister von Ludwig XIV. Colbert, im dessen Haus er Hauslehrer war (Tschirnhaus erteilte dem Sohn des Ministers Mathematikunterricht). 1681 kam er kurz zu seinem Familiengut in Kieslingswalde, aber schon 1682 besuchte er erneut Holland und Frankreich. Beendung seines wichtigsten Werkes, einer philosophisch-mathematischen Abhandlung „Medicina mentis“, die dem König Ludwig XIV. gewidmet wurde, sichert Tschirnhaus Mitgliedschaft in der französischen Akademie der Wissenschaften. Übrigens wurde der Sohn des Gutsherrn aus Kieslingswalde als der erste Ausländer damit geehrt. Leider war die Mitgliedschaft bei der elitären Académie des Sciences mit keinem Gehalt verbunden, worauf Tschirnhaus sehr hoffte. Vermutlich hielt Ludwig XIV. den „Ritter aus der Oberlausitz“ (so stellte sich der Kieslingswalder Gelehrte oft im Westen vor) für einen reichen Adeligen, der eigene Forschungsarbeiten selbst finanzieren könnte.


Nach der Rückkehr nach Kieslingswalde befasste er sich mit optischen Experimenten. Er ließ in seinem Gut eine Glashütte und durchs Schleifen von Linsen arbeitete er am Bau eines Brennspiegels. 1686 baute er in Kieslingswalde einen Spiegel, der alle damals bekannte Metalle verschmelzen konnte. Seit der Reise nach Italien ließ Tschirnhaus der Gedanke nicht los, das Geheimnis der Porzellanherstellung zu lüften (im 17. Jahrhundert kannten es nur Chinesen). Für die Lösung des Rätsels des Hartporzellans brauchte er ziemlich lange. Nach hunderten von Versuchen gelang es ihm schließlich als der ersten Person in Europa, verschmolzene Porzellanmasse zu erhalten, die jedoch zu sehr glasartig war. Die Arbeiten setzte er bis zu seinem Lebensende in Kieslingswalde oder in Dresden fort. Unter der Herrschaft des August des Starken weihte er in die ganze Angelegenheit den Alchemisten Böttger ein. 1709 ist es Böttger gelungen, weißes Porzellan zu erfinden, aber Tschirnhaus lebte da nicht mehr. Somit fiel der ganze Ruhm des Entdeckers der kostbaren Keramik seinem Helfer zu.


Den größten Traum von Tschirnahus war Gründung in Sachsen einer wissenschaftlichen Akademie, die sich nach dem französischen Muster orientieren würde. Diese Einrichtung sollte sich seiner Meinung nach u.a. vom Verkauf des Porzellans und Glas finanzieren. Leider gelang es nich, Tschirnhauses Idee umzusetzen, vor allem aus finanziellen Gründen. Der Gelehrte aus Kieslingswalde bekam keine ausreichende finanzielle Unterstützung sächsischer Kurfürsten. In Bezug auf die Gründung der Akademie reiste Tschirnhaus 1704 sogar nach Sandomierz, wo auch August der Starke weilte und unterzeichnete mit ihm einen entsprechenden Vertrag. Der polnische König und Kurfürst Sachsens versprach schließlich die Gründung der Akademie auch zu finanzieren. Die Verlagerung des Großen Nordischen Krieg auf das Gebiet des Kursachsens und die hohen Konstributionen für Einwohner von Sachsen durchkreuzten die Durchführung anspruchsvoller Pläne von Tschirnaus. 1709 erlitt Karl XII. eine Niederlage in der Ukraine und nichts mehr Stand mehr im Weg, die von Tschirnhaus erträumte Forschungseinrichtung zu gründen, nur der Ideengeber war schon tot. Der Freund von Spinoza und Leibnitz verstarb in der Nacht vom 10. auf 11. Oktober 1708. Er wurde in der Kirche in Kieslingswalde beigesetzt.

Das Projekt wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Operationellen Programms zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Polen und Sachsen 2007-2013 finanziert.
Stowarzyszenie Kuźnia Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen Die Europäische Union Operationelles Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Sachsen - Polen 2007-2013
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